Musica Sequenza Fuga Electro Baroque Opera Burak Ozdemir 1„Fuga: The Electro-Baroque-Opera” (1996-2013) ist eine interaktive Multi-Media-Produktion für Gesang, Barock-Ensemble, Live-Elektronics, Tanz und interaktive Videoinstallation. Musikalisch ist es eine einzigartige Kombination aus traditionellem barockem Kontrapunkt Stil des 18. Jahrhunderts, digitalen Techno-Beats und anderen experimentellen elektronischen Elementen. In dieser außergewöhnlichen Mischung kann der Zuschauer immer wieder unvorhersehbare Flirts der mitteleuropäischen spätbarocken Musik mit orientalischen Melodien und jazzigen Motiven heraushören. Und das alles/ das ganze Werk wird überdeckt von Özdemir‘s zeitgemäßen Klang. Sein Fagott verwendet der preisgekrönte Barockfagottist wie ein improvisierendes singendes Instrument, in Interaktion sowohl mit barocken Elementen als auch mit digitalen Technologien.

Musica Sequenza Fuga Electro Baroque Opera Burak Ozdemir 2

Die Originalmusik wurde von Burak Özdemir in den Jahren 1996-1997 für Fagott, Streichquartett, Cembalo, E-Bass und Synthesizer komponiert. Er setzt in mehrfacher Sicht eine Kollaboration zwischen barocker und elektronischer Musik ein. So nutzt er die Synthesizer anstelle des Basso Continuos. Und das Fagott – das erwarteten Continuoinstrument – wird melodisch wie ein singender Mitwirkender verwendet und ist dabei aktiv auf der Bühne tätig gemeinsam mit dem menschlichen Gesang. Durch das Verwenden des Instruments wie einen Protagonisten setzt Özdemir eine Betonung auf die gefühlvollen Momente des Fagotts.

Der musikalische Teil der Arbeit wurde als eine Hommage an seinen engen Freund erdacht, den er an einer Überdosis Kokain im Jahr 1996 in Istanbul verlor. Zehn Jahre später in Berlin hat Özdemir wieder tapfer angefangen an diesem Projekt zu arbeiten, das Buch/Skript entwickelt und elektronische Musik in das Werk hinzugefügt. Das höchste Ziel war es, ein Kunstwerk zu erstellen, das seinen Verlust verarbeitet und eine unbezahlbare Lehre teilt.

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In den Jahren 2008-2011, während des Studiums an der Juilliard School, setzt Özdemir seine Ideen und seine Musik in eine vollentwickelte Opernproduktion um. Er arbeitet die Libretti aus und konzipiert die Fuga mit visuellen Aspekten mit der New Yorker Choreografin und Pädagogin Keith Michael an der Juilliard School. In der New Yorker Phase seiner Arbeit fügt Özdemir ein Konzept ein, um dem Zuschauer das Verstehen der Stücke und ihrer Wurzeln zu erleichtern. Die Geschichte wird durch Musik, Theater und Tanz erzählt und jede Komponente, ob einzeln oder im Zusammenspiel, hilft dem Zuschauer das Stück zu verstehen.

Fuga erweckt die einzigartige Geschichte eines homosexuellen Paares zum Leben, wie ihre entworfene Welt der schönen Menschen, fabelhaften Einrichtungen, unbegrenztes Kokain und intime Freundschaften unerwartet in einer Nacht verändert wird. Die Charaktere existieren in einem flüssigen Raum-Zeit-Kontinuum, abwechselnd zwischen den barocken und zeitgenössischen Epochen. Die Absicht ist, das Publikum aus dem Gleichgewicht zu bringen und sensibler für die Effekte der Darbietung zu machen.

– Die Tageszeitung
Eine insgesamt bestimmt erschöpfende Performance, die Burak Özdemir mit staunenswerter Energie bestreitet, und ein künstlerisch buntes Gemischtwaren-Angebot, das für alle etwas bietet und zeigt, dass der musikalische Brückenschlag wirklich in viele Richtungen möglich ist. Somit hat diese Performance etwas bezwingend Programmatisches für den geplanten regen Musikaustausch zwischen den Metropolen. Auf die anderen Buraks kann man schon neugierig sein.

(New York City) On Saturday, April 23, from 8 pm to midnight, Bubu Productions proudly inaugurates a new performance by conceptual artist Burak Ozdemir.

Fuga “The Electro-Baroque Opera” (1996–2010) is an interactive multi-media production for voice, live electronics, video and baroque ensemble, brings to life a unique story of a hip gay couple, and how in one night their designed world of beautiful people, fabulous furnishings, unlimited cocaine and intimate friendships is unexpectedly altered by life. Ozdemir posits complicity between electro-baroque music and the visual arts based on their mutual need to plagiarize and capitalize on one another. In the project, Ozdemir introduces the “cocaine” as a self-conscious performative element, referring to a new two-part neon work on view at Baruch Performing Arts Center that also makes reference to Ozdemir’s 2007 performance La Procedure Sexuelle.